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Keine Chance dem Schmerz

Ob Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden oder ein verstauchter Knöchel – Ihr Apothekenteam weiß, was hilft.

 

Eine falsche Drehung beim Rumtoben mit den Kindern, eine unglückliche Bewegung beim Tragen einer schweren Einkaufstüte – und schon macht sich das Schultergelenk schmerzhaft bemerkbar. Doch so unangenehm er auch sein mag – Schmerz ist ein wichtiges Alarmsignal unseres Körpers. Er signalisiert uns: „Vorsicht, hier stimmt was nicht.“ Es schmerzt immer dann, wenn dem Körper durch äußere Einflüsse oder Erkrankungen Schaden droht.

Der Alarm beginnt in der Haut, die über spezielle Schmerzfühler verfügt, sogenannte Nozizeptoren. Zum Beispiel durch Verletzungen, Hitze, Kälte, Strom, Chemikalien oder hohen Druck aktiviert, senden sie elektrische Impulse aus. Über spezielle Schmerzfasern gelangen die Signale ins Rückenmark und von dort ins Gehirn, wo sie verarbeitet und als Schmerz wahrgenommen werden. Liegt die Ursache dagegen in einem Organ, bezeichnen Fachleute die Beschwerden als viszerale Schmerzen. Das ist etwa bei Entzündungen oder Tumoren der Fall.

Hilfreiche Sofortmaßnahmen

Wenn es uns irgendwo weh tut, haben wir in der Regel nur ein Ziel: Den Schmerz schnell, sicher und nachhaltig zu bekämpfen. Die notwendigen Sofortmaßnahmen orientieren sich an der Ursache: Ein verstauchter Knöchel etwa gehört entlastet, gekühlt, mit einem Verband versehen und hochgelagert. Eine Wunde am Finger muss je nach Art und Größe desinfiziert und mit einem Pflaster oder Verband versorgt werden. Und bei Kopf- oder Zahnschmerzen machen Schmerzmittel die akute Phase erträglicher.

Wenn die Nerven schmerzen

Bisweilen können akute Beschwerden chronisch werden und sogar über Jahre anhalten. Das passiert, wenn die Nervenbahnen durch starke und anhaltende Schmerzreize überempfindlich werden. Im Gehirn und Rückenmark bildet sich dann ein Schmerzgedächtnis. Obwohl es den ursprünglichen Auslöser für den Schmerz nicht mehr gibt, spürt der oder die Betreffende ihn weiterhin. Solche neuropathischen Schmerzen können auch im Verlauf eines Diabetes auftreten, bei Bandscheibenvorfällen sowie nach einer Gürtelrose.

Therapeutische Vielfalt

Als hilfreich bei chronischen Schmerzen hat sich eine multimodale Therapie erwiesen, die auf verschiedenen, individuell aufeinander abgestimmten Säulen ruht: Neben Medikamenten kommen psychotherapeutische Verfahren, Entspannungsmethoden wie autogenes Training, Muskelentspannung oder Yoga, Physiotherapie wie Massagen und Krankengymnastik, Wärme-, Kälte- oder Stromreize, Sport- und Ergotherapie sowie alternative Verfahren wie Phytotherapie oder Akupunktur zum Einsatz.

Was gehört in die Hausapotheke?

Gelenk- und Rückenschmerzen

Bei rheumatischen Beschwerden eignen sich vor allem nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen: Sie stillen nicht nur Schmerzen, sondern wirken zudem entzündungshemmend. Bei Gelenkschmerzen haben sich auch Schmerzsalben oder -gele bewährt. Letztere haben einen angenehm kühlenden Effekt, der die entzündungshemmende Wirkung der Arzneistoffe unterstützt. Tipp: Schmerzgel im Kühlschrank aufbewahren. Bei Rückenschmerzen werden dagegen Salben und Pflaster mit erwärmenden, durchblutungsfördernden Wirkstoffen oft als angenehm empfunden.

Regelschmerzen

Rezeptfreie Schmerzmittel gegen Menstruationsbeschwerden enthalten meist Ibuprofen oder Naproxen sowie den krampflösenden Wirkstoff Butylscopolamin.

Kopfschmerzen

Manchmal hilft schon etwas auf die Schläfen getupftes Minzöl. Bei stärkeren Beschwerden bewähren sich Präparate mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen, eventuell in Kombination mit Koffein. Wichtig: Schmerzmittel nicht länger als drei Tage in Folge und maximal zehn Tage im Monat einnehmen.

Zahnschmerzen

Die Zeit bis zum Zahnarztbesuch lässt sich am besten mit Ibuprofen überbrücken. Auf Dosierungen über 600 Milligramm Ibuprofen und Präparate mit Acetylsalicylsäure (ASS) jedoch besser verzichten: Das kann die Blutung beim zahnärztlichen Eingriff verstärken.

Alternative Schmerzkiller

Bei Gelenkschmerzen oder Verstauchungen sind pflanzliche Schmerzsalben mit Beinwell- oder Arnikaextrakt einen Versuch wert. Bei Kopfschmerzen hilft Pfefferminzöl, bei Rückenschmerzen und Muskelverspannungen eignen sich Wärmesalben und Schmerzpflaster mit durchblutungsförderndem Cayennepfeffer.

Bei schmerzhaften Muskelverspannungen und Nervenschmerzen eignen sich anthroposophische Arzneimittel zur äußerlichen Anwendung. Als Öl einmassiert, entfalten sie eine angenehm wärmende, krampflösende Wirkung.

Bei kleineren Verletzungen, Verbrennungen und Insektenstichen wirkt ein Wund- und Brandgel angenehm kühlend und fördert die Wundheilung.

Bei chronischen Nervenschmerzen sollen Nahrungsergänzungsmittel mit Palmitoylethanolamid (PEA) eine entzündungshemmende und nervenschützende Wirkung entfalten. Auch die Vitamine B1, B6 und B12 haben sich bei Neuropathien bewährt.

Bildquelle: GettyImages anut21ng

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